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Peter Wilhelm hat geschrieben am Do 08 Feb 2007 19:46:46 CET
Ich habe in den letzten Tagen in der Gedenkstätte Bautzen verschiedene 360° Panoramen erstellt. Bei Interesse können diese hier angesehen werden: http://www.panorama-community.net/ MeinePanoramagalerie/index.php? pano=210®ion=Stasigef%E4ngnis%20 Bautzen%20II&version=Equirectangular interaktive Version: (zum Bewegen die linke Maustaste im Bild gedrückt halten und in die gewünschte Richtung ziehen) http://www.panorama-community.net/MeinePanoramagalerie/index.php? pano=210®ion=Stasigef%E4ngnis%20Bautzen%20II&version= ImmervisionPlayer&playerinfo=ImmervisionPlayer&sent=&suche=
Admin Kommentar: Danke für den Link. Interessenten setzen bitte die URL ohne Leerzeichen zusammen um die Links aufzurufen.
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Mario hat geschrieben am Di 19 Dez 2006 02:56:37 CET
Demokratie zeichnet sich nicht dadurch aus das jeder eine Meinungsführerschaft beanspruchen darf sondern die Freiheit eine Mehrheitsmeinung als Entscheidungsgrundlagen der Gesellschaft zu ermöglichen.
Admin Kommentar: Und in Diktaturen leben weite Teile der Bevölkerung ohne Entscheidungsmöglickeiten - in Unfreiheit.
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annegret hat geschrieben am Di 19 Dez 2006 02:56:38 CET
Hallo! Ich habe eine Frage. Gab es in der DDR auch ein richtiges Berufsverbot und wenn ja, wie lief das ab und auf welcher rechtlichen Basis? Ich habe bisher im Bekanntenkreis nämlich immer von Entlassungen gehört, die ja faktisch die gleiche Wirkung hatten, aber gab es das auch offiziell? Für Hilfe wäre ich wirklich dankbar, weil ich einfach nichts darüber finden konnte.
Admin Kommentar: Berufsverbote wurden massiv verhängt. So durften Antragsteller auf Übersiedlung in die "BRD" oftmals nicht in ihren Berufen tätig bleiben. In akademischen Berufen oder im öffentlichen Dienst ging der Antrag eines Ausreiseantrags mit einem Berufsverbot automatisch einher. Viele Familienangehörige von politischen Häftlingen verloren ihre berufliche Stellung und wurden ohne Urteil strafversetzt. Häufig bekamen oppositionell und politisch missliebige Personen keine Anstellung in staatlichen Betrieben (die zu über 95% den Arbeitsmarkt beherrschten). Poitisch engagierte Künstler bekamen keine Aufträge mehr, erhielten Auftrittsverbote und hatten somit keine regelmässigen Einnahmen mehr. In der DDR gab es weder Sozialhilfe noch Arbeitslosengeld oder anderweitige Unterstützung für beruflich isolierte Personen. Teilweise wurden durch staatliche Ausgrenzung nichtbeschäftigte Personen dann wegen "asozialem Verhalten" verfolgt. Darüber hinaus bekamen missliebige Personen keine Möglichkeit zum Abitur, zur Weiterbildung oder Studium. Zusätzlich liess die SED-Diktatur beständig durch involvierte Behörden durchblicken: wer sich anpasst bekommt eine Chance, wer Kritik übt oder aus dem Land will, der gilt als Feind und wird demgemäss behandelt. Dies betraf häufig auch die Kinder von "Feindobjekten" (so die Bezeichnung des MfS für verfolgte Bürger der DDR). So war ca. jeder zehnte inoffizielle Mitarbeiter der Stasi nicht einmal volljährig. Das MfS rekrutierte bereits in den Jahrgängen der 9. Klasse geeigneten Nachwuchs. Viele Lehrer (ein überdurchsnittlicher Anteil war "IM") unterstützen das MfS in der Durchführung von "Zersetzungsmassnahmen" gegen Kinder von Oppositionellen und konfessionell gebundener Eltern.
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Helmut Winter hat geschrieben am Di 19 Dez 2006 02:56:43 CET
Ich habe von 1976-1978 im Pol.Gefängniss der MfS, Magdeburg u Cottbus, wegen Staatsfeindlicher Verb-aufn .auf Grund von Ausreiseanträgen verbringen müssen, ich suche Mithäftlinge die mir bestätigen können das wir an Stanzen der Fa.Pentacon Zwangsarbeiten mussten!!!!! Ich brauche die Bestätgung für Versorgungsangelegenheiten, ich habe meine Gesundheit an einer der Großen Stanzen ruiniert.Mein linkes Bein ist von der Belastung geschädigt( Krampfadern)das ich nicht mehr richtig gehen kann.Wer kann mir eine Bestätigung geben über die Arbeitsverhältnisse bei der Haftarbeit der Pentacon. Meine Tel Nr.01759930196. Da hat man sich die Gesundheit ruiniert und muss im geeinten Deutschland nachweisen, wie ein Arbeitsscheuer, das man sich die Gesundheitsprobleme in der Pol.Haft zugezogen hatte ? Aber die Stasibonzen bekommen eine sehr gute Rente ????
Admin Kommentar: Sie möchten ernsthaft wegen Krampfadern Rente beantragen?
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G. Stefan Beuerle hat geschrieben am Di 19 Dez 2006 02:56:44 CET
Ich bin erschüttert über vieles, was ich in diesem Gästebuch lesen konnt. Leider war es aber auch zumindest gelegentlich im Westen so, dass Jugendliche wegen "abweichender politischer Gesinnung", ähnlich wie in der DDR der öffentlichen Erziehung anheim fielen. Ich selbst habe über Jahre in einem Heim eines kath Ordens verbringen müssen und wurde dort, wie die Akten belegen, geschlagen, entwürdigt und diffamiert. Für diese Übergriffe gibt es keine Entschuldigung der damaligen Beteiligten und erst recht keine Entschädigungen. Es versteht sich von selbst, dass für die geleistete Zwangsarbeit keine Sozialbagaben entrichtet wurden und somit für die Betroffenen teilweise nicht unerhebliche Rentenlücken bestehen. Die Anstalten in denen das geschah existieren häufig auch heute noch und haben gelegentlich einfach nur "umfirmiert" G. Stefan Beuerle
Admin Kommentar: Unrecht wird es immer und in jeder Gesellschaft geben. Demokratien sind in der Lage Ungerechtigkeiten zu beseitigen - Diktaturen sind dazu unfähig. Seit einigen Jahren wird auch das von Ihnen geschilderte Unrecht immer mehr offenkundig und erste Fälle der Entschädigung und Entschuldigung sind bekannt.
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Klaus W. Knabenschuh hat geschrieben am Di 19 Dez 2006 02:56:46 CET
Der über alles "geliebte" Mischa wurde beerdigt Über die STASI wurde kein Wort verloren. Und ich schreibe wieder und wieder: All das haben wir einem gewissen Herrn Kohl zu verdanken, der (ohne Not ???) die STASI - mit vorzüglichem Rentenanspruch, für den ausschließlich wir Wessis zahlen - in unsere Demokratie integriert hat. Die, die unter diesen elenden, menschenverachtenden Verbrechern gelitten haben, gehen vollkommen leer und unbeachtet aus. In diesem Staat würde es mich nicht mehr wundern, daß man neben der staatlich gewollten Schließung von STASI-Akten nun noch die Menschen, die unter diesen Verbrechern gelitten haben, offiziell als Simulanten darstellt und die Akten schließt. Klaus W. Knabenschuh Northeim
Admin Kommentar: Was Sie schreiben ist falsch. Die Verträge zur Wiedervereinigung sahen massive Kürzungen der Ansprüche von Stasitätern und Kadern der SED-Diktatur vor. Oberste Gerichtsentscheidungen in den folgenden Jahren stellten diesen Personenkreis unter den Schutz des demokratischen Rechtsstaats. Damit trat jedoch eine Verletzung des Gleicheitsgrundsatzes ein: denn die Verfolgten der Täter erhielten keine Rechteabsicherung in diesem Umfang.
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Angelo hat geschrieben am Sa 25 Nov 2006 19:36:15 CET
Hallo Ihr lieben! Ich habe eine schöne Seite zum Thema Innerdeutsche Grenze und Berliner Mauer eröffnet ich würde mich sehr freuen wenn Ihr mal vobeischaut und vielleicht auch helfen könnt! Gruß Angelo
Admin Kommentar: Viel Erfolg mit Ihrer Seite!
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Wolfgang Gemba hat geschrieben am Sa 25 Nov 2006 19:33:44 CET
Guten Tag! Das Kreismuseum Peine (Landkreisverwaltung Peine, 31224 Peine, Burgstaße 1) führt am 27.12.2006 einen "Liederabend" mit einem Herrn Dr. Diether Dehm (Liedermacher) durch. Dieser darf lt.Spruch des Frankfurter Landgerichts "StaSi-Informant" genannt werden. Wer kennt belastbare Informationen über diesen "Barden" und was waren die Folgen seiner "Mitarbeit" beim MfS? Ich bin verwundert über das Auftreten dieses Herrn in Räumen einer Verwaltung! Vielen Dank für Ihr Interesse! Wolfgfang Gemba
Admin Kommentar: Über Dieter Dehm, langjährigen Spitzenkader der PDS, finden Sie über Google ausreichend biografische Details - auch zu inoffiziellen Tätigkeiten des Dehm für das MfS.
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Rico hat geschrieben am Sa 25 Nov 2006 19:24:52 CET
Öffentliche Petition hat eigentlich irgendein/e Verband/ Organisation eine Öffentliche Petition im Bundestag gegen die Änderung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes eingereicht ? Ich kann auf den Seiten des Bundestages leider keine solche finden. Ich kenne nur die Initiative zum 9.November 2006 vom Bürgerbüro Berlin und die Erklärung der UOKG. Diese taz-Meldung hier zeigt, daß es dringend weiterer Proteste bedarf: http://www.taz.de/pt/2006/11/22/a0069.1/text beste Grüße, Rico
Admin Kommentar: Die von früheren Oppositionellen, Mitgliedern der Bürgerbewegung und der UOKG (der Dachverband der Opfer aus SBZ/ SED-Diktatur) getragene Protestbewegung gegen die beabsichtigte Novellierung des Stasiunterlagengesetzes war erfolgreich. Die Koalition einigte sich auf eine weitere Verlängerung der Regelanfrage für einen wesentlich erweiterten Personenkreis. Zudem sichern einige Änderungen des STUG die verbesserte Akteneinsicht für Journalisten und zu Aufabreitungszwecken. Eine Petition ist damit hinfällig.
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Rico hat geschrieben am Sa 25 Nov 2006 19:21:15 CET
PKZ Im Rahmen persönlicher Aufarbeitung interessiert mich folgendes Problem: Wann und wo genau wurde im Leben jedes DD-Bürgers seine PKZ vergeben ? Gleich zur Geburt, in der Geburtsstadt ? Ich habe einen Fall, indem der Vergabeort nicht mit dem Geburtsort übereinstimmt. Danke und viele Grüße, Rico
Admin Kommentar: Die Vergabe der PKZ schlüsselt sich nach dem Geburtsdatum,dem Geschlecht,dem Wohnort und einigen weiteren Parametern. Näheres finden Sie hierzu im Internet.
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Guntram Rudolph hat geschrieben am Do 16 Nov 2006 01:21:56 CET
Macht weiter so ..., tolle Seite. Das wahre Gesicht des DDR-Sozialismus darf niemals verblassen. Danke auch an alle Menschen, die durch ihre persönlichen Berichte dazu beitragen, dass die markanten und grausamen Gesichtszüge des realen Sozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Und an alle Geschichtsrevisionisten: Verpisst euch!
Admin Kommentar: Die SED-Diktatur bezeichnete sich selbst als "real existierender Sozialismus". Die DDR entstand unter dem totalitären Vorzeichen Stalins und entwickelte sich zu einem eigenständig agierenden und repressiven System.Z Als "Diktatur des Proletariats" verfolgte die SED ausschliesslich die ideologischen Ziele des Kommunismus. Bis zum heutigen Tage leugnen Anhänger und Mittäter der SED-Diktatur die Verantwortung der kommunistischen Ideologie und halten - im kritischsten Fall - den Kommunismus an sich für unfehlbar, nur die bisherige Ausführung für Fehlerhaft. Faschismus, Extremismus jeglicher Art, fanatischer Nationalismus und Kommunismus in allen seinen Spielarten sind gesellschaftliche Fehlentwicklungen des vergangenen Jahrtausends. Zu demokratisch verfassten Gesellschaftsordnungen gibt es keine Alternative. Nur diese fördern und fordern die Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung eines jeden Menschen. Die Bedeutungslosigkeit von Ideologie, Rassismus oder religiösem Fanatismus zeichnet eine gewachsene Demokratie aus. Die Bundesrepublik ertrug in ihrer Geschichte zwei Diktaturen - daraus erwächst für die Zukunft eine besondere Verantwortung zur Aufarbeitung.
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Benny hat geschrieben am Do 16 Nov 2006 01:26:24 CET
Hallo,wer kann mir helfen???Ich habe einen Antrag auf Akteneinsicht meiner Eltern,die inzwischen verstorben sind, gestellt.Das Amt(BSTU) will von mir jetzt einen Zweck für die Einsicht formuliert haben.Was wollen die?Ich weiss nur,dass sie von der Humbolt-Uni in Berlin angeworben wurden und über ihre Vergangenheit bis zuletzt geschwiegen haben
Admin Kommentar: Lesen Sie im Stasiunterlagengesetz nach. Die BSTU wird Sie schon darauf aufmerksam gemacht haben: Akteneinsicht in Unterlagen Dritter ist nur in begründeten Ausnahmen möglich.
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Herbert "Ronny" Sche hat geschrieben am Do 16 Nov 2006 01:27:00 CET
Ergänzend zu meinem Eintrag weiter unten möchte ich noch folgendes loswerden: Geboren bin ich in Rheinland-Pfalz, meine Eltern kamen 58 (weiß der Geier warum) nach Rostock. Als sie sich 60 scheiden ließen, kam ich ins Kinderheim Rostock-Bramow. Man hatte sich vorgenommen, einen ordentlichen Sozialisten aus mir zu machen und rechnete nicht damit, daß ich immer wieder weglief und schließlich schwer krank wurde. In der Psychatrie Rostock-Gelsheim wurde ich als Anschauungsobjekt für Studenten benützt. Ich wurde im Hörsaal vorgeführt als Beispiel, so sieht also ein Kind aus dem imperialistischen Westen aus! Als ich dort nicht mehr interessant war wurde ich ins Spezialkinderheim in Altengottern geschafft, aber auch dort lief ich immer wieder weg. Also kam ich Ende der 60er in den Jugendwerkhof Olgashof. Den Ausreiseantrag habe ich 1972 gestellt, vierteljährlich musste eine sinngemäße Wiedergabe eingereicht werden. Deshalb bekam ich in der wenigen Zeit, in der ich nicht hinter Gittern saß, einen PM 12, Rostock wurde zum Sperrgebiet für mich erklärt und man verfrachtete mich aufs platte Land (mit Meldepflicht, Besuchsverbot und unangemeldeten Kontrollen). 81 konnte ich dann endlich ausreisen. Ich war ein Unwürdiger, durfte kein blaues Halstuch tragen, kein FDJler sein und erst recht nicht der GST beitreten(da hätte ich ja das Schießen gelernt!), weil ich ja aus dem Westen kam. Als Kind hätte ich schon gerne dazugehört, aber man hat mir den großen Gefallen getan mich darauf aufmerksam zu machen, daß dieses Land nicht das richtige für mich ist. Dankeschön! Das war das einzige Gute, was diese Gestalten mir angetan haben. Ich bin sehr dankbar, daß ich in Ihrem Gästebuch die vielen anderen Schicksale lesen darf, da fühle ich mich nicht mehr ganz so allein. Danke auch an den einzigen Menschen, dem ich wirklich vertraue, meine Frau. Viele Grüße, Ronny (Kommentar der Ehefrau: Schon Einstein sagte, es gibt nur 2 Dinge, die unendlich sind, die menschliche Dummheit und das Universum, wobei ich mir bei letzterem nicht ganz sicher bin. Dem kann ich mich nur anschließen, Gruß, Erika)
Admin Kommentar: Für längere Beiträge - von Betroffenen und ehemaligen politischen Häftlingen wie Ihnen - bitten wir unser Forum zu nutzen. Dort besteht auch die Möglichkeit für unsere Leser sich mit Ihnen direkt auszutauschen. Vielen Dank und alles Gute!
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Heinz Bleck hat geschrieben am Do 08 Feb 2007 19:44:24 CET
Sehr wichtig !!!!! Am 18.11.2006 von 14 bis 16 Uhr ist das Stahltor der ehemaligen StVE Cottbus geöffnet. Für alle die die andere DDR erleben möchten, ein muss. Also dann wiedersehen in Cottbus nach über 24 Jahren. Gruß Heinz Bleck
Admin Kommentar: Nähere Informationen und Kontaktmöglichkeiten erhalten Sie auf den Seiten der UOKG, des Dachverbandes aller Opferverbände der SBZ/ SED-Diktatur: http://uokg.de/cottbus.htm
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Schulz andreas hat geschrieben am Mo 13 Nov 2006 23:40:37 CET
guten tag,ich würde gern die liste der stasimitarbeiter einsehen.wer kann mir dabei helfen,im vorraus schon mal vielen dank. mfg danndy
Admin Kommentar: Nutzen Sie unsere interne Suchfunktion. Für wiederkehrende Fragen, wie die Ihre, können Sie auch unsere FAQ nachlesen.
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Herden / Buchta hat geschrieben am Mo 13 Nov 2006 23:42:09 CET
Hallo Frau Ott, sehr interessant, was Sie über das Baracken lager in Dessau sagen. Kennen Sie es aus persönlicher Erfahrung ? War 1977 bis Dezember dort. Es soll auch eine Broschüre über dieses Haftarbeitslager entstehen. Wen es Sie interessiert, können Sie sich ja bei uns melden. Wir sind für jeden Zeitzeugen dankbar. Elke Herden Manfred Buchta Jena
Admin Kommentar: Nähere Informationen über die Haftanstalten in Dessau erhalten Sie auch über den Landesbaeuftragten für Stasiunterlagen des Landes Sachsen-Anhalt und die LSTU in Magdeburg. Viel Glück!
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Barbara Ott hat geschrieben am Di 14 Nov 2006 00:08:54 CET
Die Seiten und die Meinungen sind ja interessant.Jetzt nach 17 Jahren,sollte mit allem Schluß sein.Die Schuldigen sitzen heute in gut dotierten Positionen und hier beschäftigt man sich mit der Vergangenheitsbewältigung.Ich habe kapiert,es interessiert niemanden,was mal war.In meiner alten Heimat,bin ich immer noch die,die mal im Knast gesessen hat,ein Rebell,immer laut die Meinung sagen.Hätte ich auf grund meiner Vergangenheit (Bespitzelung seit dem 15.Lebensjahr,Haft,PM 12,)im Osten irgendeinen Vorteil-wie Arbeit in meiner alten Firma gehabt?Nein!! Aber der damalige Direktor, der hatte den Job bis zu seiner Rente.Für ihn hatte sich vieles geändert:Mercedes statt Lada,viel Geld und ein tolles Leben ganz zu schweigen von der Rente.Und was hatte ich? Eine Haftentschädigung,Rehabilitation,aber keine Arbeit.Nun ja, ich habe im Westen von vorne angefangen.Was ich zurück behalten habe? Ich kann die Jahre nicht vergessen,sie sind manchmal mehr,manchmal weniger lebendig.Ich ertrage den Aufenthalt in geschlossenen Räumen nicht.Mein Freiheitsdrang ist sehr groß.Aber ich muß damit leben.Auch mich würde interessieren,was aus einigen geworden ist,und sie zur Verantwortung ziehen,aber soll ich mir damit meine letzten Jahre versauen? Wie sollen ehemalige "Erzieher"zur Verantwortung gezogen werden? Ich habe 1 Jahr für eine Fahrradfabrik für 10 Mark im Monat und 10 Mark Rücklage gearbeitet.Eine Maßnahme wäre, wenn diese Firmen den entgangenen Lohn nachzahlen müßten. Aber davon will niemand etwas wissen. Ich habe bis 1986 gekämpft,dann war ich schwanger und habe nur noch an mein Kind gedacht und mich die letzten Jahre ruhig verhalten,denn ich wußte ja wozu diese Leute fähig sind.1989 war ich froh,das der Spuk vorbei war.Heute lebe ich wie ich es immer gewollt habe.Die Vergangenheit läßt sich nicht rückgängig machen,die verlorenen Jahre kann mir auch keiner wiedergeben, die Angst die man hatte,versteht heute auch keiner mehr.Ich habe mal versucht alles in einem Buch aufzuarbeiten,interessierte auch keinen.Denkt mal drüber nach, wieviele der DDR hinterher heulen.Und von diesen Leuten soll man Verständis und Hilfe erhalten?Ich habe einige negative Beispiele nach der Wende erlebt.Immer hörte ich:"Es war eben so.Was wollte man machen." Ich habe mit allem was war abgeschlossen.Aber wenn jemand Hilfe und Unterstützung braucht,helfe ich gerne.Aber nur den Politischen!
Admin Kommentar: Gerade die jüngere Generation interessiert sich zunehmend für die Verhältnisse der SED-Diktatur. Publizieren Sie Auszüge aus dem von Ihnen angedeuteten autobiografischen Buch im Internet. Wenn Sie keine Möglichkeiten für eine Internetveröffentlichung haben - wir helfen kostenfrei. Bei Interesse erreichen Sie uns per Mail.
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Barbara Ott hat geschrieben am Di 14 Nov 2006 00:00:00 CET
Ich habe jetzt schon viel von der STVA Dessau gelesen,die 1990 abgerissen sein soll.Ist damit das Barackenlager gemeint?Dort waren aber, wenn überhaupt,20 polit.,der Rest lief unter kriminell bzw. asozial.Und war auch tatsächlich so,oder gab es da noch einen anderen? In der JVA wurden die Sachen eingelagert und dann kam man ins Lager,was wohl außerhalb lag.
Admin Kommentar: Die Jugendwerkhöfe nehmen eine Sonderstellung im Justizsystem der DDR ein. Vielfach wurden Jugendliche wegen politisch motivierten Gesetzesverstössen in die geschlossenen Jugendwerkhöfe gebracht. So konnte eine wiederholte Unterbrechung des Schulbesuchs und unangepasstes Auftreten als asoziales Verhalten behandelt und bestraft werden. Derartige Urteile gegen Minderjährige sind rechtswidrig und dem politisch intendierten Strafrecht der DDR zuzuschreiben. In der Bundesrepublik wurden und werden Jugendliche nicht wegen geringen Verstössen in haftähnliche (oder gar schlimmere) Einrichtungen verbracht. Ein hoher Prozentsatz der früher im Jugendwerkhof weggesperrten Jugendlichen war nach unserem demokratisch verfasstem Strafrecht zu rehabilitieren. Mehr Informationen erhalten Sie bei Interesse unter: http://www.jugendwerkhof.info
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Engel hat geschrieben am Mo 13 Nov 2006 23:47:23 CET
Ich lebe jetzt im Raum Stuttgart, Kreis Esslingen.
Admin Kommentar: Aus Datenschutzgründen empfehlen wir Betroffenen im Gästebuch keine Anschriften auszutauschen. Bitte mailen Sie bei Interesse direkt. Sollte Ihre Mailadresse missbraucht werden - bitte informieren Sie uns. Viel Glück!
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Herbert "Ronny" Sche hat geschrieben am Mo 13 Nov 2006 23:44:34 CET
Weil ich nach 25 Jahren endlich versuche, meine Vergangenheit aufzuarbeiten, suche ich auf diese Weise Menschen, die sich vielleicht noch an mich erinnern können. Wer war Ende 60er bis Anfang 70er Jahre im Jugendwerkhof "Olgashof" bei Wismar? Gibt es jemanden, der um 1972 rum in Stassfurt (Fernsehwerk/Lager) in Haft war? Oder von Anfang 75 bis April 76 in Torgau? Damals war dort Oberstleutnant Lück, der sich selbst den "Fürst von Torgau" nannte! Danach war ich von Mitte 76 bis September 77 in Bützow inhaftiert. Kurz danach versuchte ich, auf einem Fischerboot von Rostock-Warnemünde/Alten Strom nach Schweden zu entkommen. Bei Kap Arcona vor Schweden wurde ich gestellt und per TS-Boot zurück nach Stralsund gebracht. Ergebnis: von Anfang 78 bis September 80 Aufenthalt in Bautzen I. Dort arbeitete ich, falls nicht gerade in der Mumpe, im LMB. Kann sich noch irgendwer an mich erinnern? Besonderes Kennzeichen: ich habe zu der Zeit gestottert. Ein Rostocker Richter hat mir mal gesagt, ich wäre "ein Geschwür am Arsche des Proletariats, daß man entfernen müsste!". Zum Glück durfte ich im Juli 81 "ausreisen", man hat mir die Staatsbürgerschaft aberkannt. Wenn jemand mit mir Kontakt aufnehmen möchte, unter Steingeier@web.de bin ich zu erreichen. Ich bedanke mich im voraus, viele Grüße Ronny
Admin Kommentar: Sind Sie bereits rehabilitiert? Haben Sie Haftentschädigung erhalten? Leiden Sie unter haftbedingten Gesundheitsstörungen? Wenn Sie Hilfe in diesen Fragen benötigen können Sich sich per Mail an uns wenden. Auch regionale Hilfsadressen vermitteln wir bei Bedarf gerne. Viel Glück!
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